Braubach 750 Jahre Stadtechte | © Stadt Braubach

Braubach im Jubiläumsjahr 2026

750 Jahre Stadtrechte

Das Jahr 2026 steht für die Wein- und Rosenstadt Braubach ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Vor 750 Jahren, am 1. Dezember 1276, verlieh König Rudolf von Habsburg dem Ort die Stadtrechte und erhob ihn zur „Freistadt“. Auch wenn der historische Jahrestag erst zum Jahresende fällt, wird das gesamte Jahr mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Begegnungen begangen – als Rückblick auf eine lange Geschichte und als Ausblick in die Zukunft.

 

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Von frühen Siedlern zur Stadt am Rhein

Die Geschichte Braubachs reicht weit über das Mittelalter hinaus. Bereits in der keltischen La-Tène-Zeit zwischen etwa 400 und 100 v. Chr. lassen sich erste Siedlungsspuren am Marksburgberg nachweisen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte am 28. Juli 691, als ein Franke namens Helingarius einen Weinberg „in Briubach am Rhein“ an die Bonner Münsterkirche schenkte – zugleich eines der frühesten Zeugnisse des rechtsrheinischen Weinbaus. Mit dem Bau der Marksburg, die 1231 erstmals erwähnt wird, entwickelte sich unterhalb der Burg rasch eine städtische Ansiedlung. Ihre strategisch günstige Lage am Rhein förderte Handel, Handwerk und politische Bedeutung.

 

Stadtrechte als Wendepunkt

Die Verleihung der Stadtrechte 1276 markierte einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung Braubachs. Sie sicherte der Stadt weitgehende Selbstverwaltungsrechte und stärkte ihre wirtschaftliche Stellung. Zunächst im Besitz der Herren von Eppstein, ging Braubach 1283 an die Grafen von Katzenelnbogen über, die die Region nachhaltig prägten. Ab 1479 gehörte die Stadt zu Hessen; mit der Einführung der Reformation 1527 veränderten sich auch kirchliche und gesellschaftliche Strukturen.Bauwerke als Spiegel der Geschichte Das Stadtbild Braubachs ist bis heute von seiner Geschichte geprägt. Über allem thront die Marksburg – die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein. Sie ist seit Jahrhunderten bewohnt und bildet bis heute ein unverwechselbares Wahrzeichen der Stadt. Ergänzt wird sie durch die Philippsburg, die zwischen 1568 und 1571 als Renaissanceschloss für die hessischen Landgrafen errichtet wurde und einen Übergang von militärischer Befestigung zu repräsentativer Residenz markiert.

 

Auch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, dem Obertor und Resten der Stadtmauer bewahrt die mittelalterliche Struktur. Sakrale Bauten wie die Martinskapelle mit Wurzeln im 11. Jahrhundert, die Barbarakirche aus dem 13. Jahrhundert und die evangelische Markuskirche von 1901 spiegeln den Wandel des religiösen Lebens wider.

 

Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Im 19. Jahrhundert erhielt Braubach im Zuge der Modernisierung wichtige öffentliche Gebäude. Rathaus, Amtsgericht und Postamt stehen für die Eingliederung in moderne Verwaltungs- und Kommunikationsstrukturen. Gleichzeitig prägten Industrie und Bergbau das wirtschaftliche Leben, wovon die ehemalige Blei- und Silberhütte mit ihren markanten Schornsteinen als Industriedenkmal im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal zeugt.

 

Tradition und Zukunft

Braubach ist heute mehr als ein Ort der Erinnerung. Über 1.300 Jahre Geschichte – von frühen Weinbergen über die Stadtrechte bis zur wilhelminischen Architektur – zeigen eine Stadt, die sich immer wieder erneuert hat, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Das Jubiläumsjahr 2026 lädt dazu ein, diese Entwicklung gemeinsam zu feiern: als lebendige Verbindung von Geschichte, Gemeinschaft und Zukunft.Verleihung der Stadtrechte für Braubach

 

1276 bis 2026

In freier Übersetzung:

Rudolf, durch die Gnade König der Römer… schenke ich dem edlen Manne Gottfried von Eppstein… als Belohnung dem Verdienste entsprechend… seiner Stadt Bruhbach am Ufer des Rheins gelegen – unbeschadet unseres Reiches Recht – dieselben Freiheiten, mit welchen andere Städte beschenkt wurden, so daß sie in Zukunft Namen, Titel und Rechte einer freien Stadt für sich beanspruchen darf… gegeben zu Wien am 01.12.1276

 

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Broschüre 750 Jahre Stadtrechte Braubach